Loving Touch

LuciAnna Braendle
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Zwei Sexualitäten

Von David Brown, einem meiner Lehrer aus England, habe ich die Begriffe des Outside-in Sex und Inside-out Sex übernommen. Sie zeigen auf anschauliche Weise zwei Arten von gelebter Sexualität auf.

 

1. Outside-in Sex - Sex von aussen nach innen

Diese Art von Sexualität ist in unserer westlichen Kultur weit verbreitet. Für sexuelle Anregung/Erregung verlassen sich Menschen auf äussere Stimuli wie zum Beispiel einen knackigen Körper, sexy Unterwäsche, pornographische Bilder oder Filme, eigene Fantasien usw. Der Haken ist, dass die Stimuli immer wieder wechseln müssen (andere Unterwäsche, andere Menschen, andere Filme) oder aber intensiver werden müssen. Es kann sogar passieren, dass Menschen irgendwann überstimuliert sind (vor allem mit dem König der Stimuli: der Internet-Pornographie) und gar nichts mehr empfinden können.

 

Beim Outside-in Sex ist klar: Klappt der Sex nicht, dann hat es etwas mit Aussen zu tun – es ist die falsche Frau/ der falsche Mann. Sie oder er bringt es nicht. Oder eben: die Stimuli müssen erhöht werden. Es braucht neue Herausforderungen, neue Abenteuer, neue Programme, neue Pillen…

 

Outside-in Sex ist äusserst lukrativ für verschiedene Arten von Geschäften und Firmen. In Liebesbeziehungen jedoch wirkt er kontraproduktiv und lässt auf längere Zeit das sexuelle Verlangen erlahmen oder gar verschwinden.

 

Wenn Sex auf eine körperliche Funktion reduziert wird, ohne dass sich Menschen von innen heraus (energetisch) verbinden, so ist das, als würde man den elektrischen Hauptschalter anstellen und sich dann wundern, warum das Licht nicht angeht, wenn man den Schalter kippt.

2. Inside-out Sex - Sex von innen nach aussen

Diese Art von Sexualität ist eine von vielen in Vergessenheit geratene Sache. Sie existierte in vergangen Kulturen, als Sexualität und Spiritualität noch nicht zweigeteilt waren. Tief in uns erinnern wir uns alle daran und manchmal taucht auch eine Sehnsucht danach auf, ohne genau zu wissen, nach was wir uns da eigentlich sehnen.

 

Sexualität, die von innen nach aussen geht, ist nicht nur von Anziehung und Aktion geprägt, sondern vor allem von Kontakt und Verbindung - von einer inneren Verbindung mit sich selbst und dem Gegenüber. Sie geht einher mit einer überpersönlichen Liebe, die nicht nur um die Qualität von Sex besorgt ist, sondern auch um die Qualität des Menschseins. Sie schliesst den Körper, die Seele, die Gefühle und das Denken ein.

 

Und last but not least: In diesem Verständnis von Sexualtität ist Sex nicht etwas, das jemand tut. Nein, Sex zeigt eine wichtige Facette davon, wer jemand ist. Sex ist ein Geschenk, ein Ausdruck der kreativen Lebenskraft. Darum kann sie auch nicht langweilig werden oder absterben. Solange jemand lebst, die eigene Neugier behält und immer weiter wächst, solange wächst und verändert sich auch die ganz eigene Lebens- und Liebeskraft. So können Menschen ihrem Gegenüber immer wieder neu begegnen, sie oder ihn berühren und sich selbst berühren lassen.

 

 

Und wie kommt mann oder frau zu einer Sexualität, die von innen genährt ist?

 

Dazu gehört innere Arbeit und Selbstreflektion. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen – zu dir selber und auch zum Gegenüber. Mit dem wachsenden Vertrauen kannst du mehr und mehr von dir zeigen. Du lernst dich und dein Gegenüber immer besser kennen.

 

Kommunikation ist ein wichtiger Schlüssel in der Vertrauensbildung. In dem Ausmass, in dem du deine eigenen Gefühle kennen und ausdrücken lernst, in dem Ausmass wächst auch die Nähe zu anderen Menschen. Emotionale Ehrlichkeit kann eine liberalisierende Erfahrung sein. Sie bringt Offenheit, Authentizität und Intimität in Beziehungen.

 

Oft ist es vor allem für Männer schwierig, ihre Gefühle mitzuteilen. Viele sind so aufgewachsen, dass sie sich nicht verletzlich zeigen dürfen. Männer (und auch Frauen) haben im Laufe ihres Lebens Schutz-Mechanismen entwickelt, aufgrund derer sie ihre wahren Gefühle nicht spüren und schon gar nicht ausdrücken können.

 

Beim Inside-out Sex, ist Beziehung, Liebe und Sexualität ein Weg, um sich selber auszudrücken. Du gelangst dabei mehr und mehr von einer Selbstdarstellung zu einer Selbstwahrnehmung.

 

Dabei helfen diese vier universellen Gesetze:

  • Etwas verstecken oder verheimlichen fördert negative Gefühle und entfernt dich von deinem Gegenüber.
  • Gefühle teilen in einer ehrlichen und vertrauensvollen Athmosphäre löst Negatives auf und schafft Verbundenheit.
  • Sich mit jemandem verbunden fühlen, der/die ehrliche Gefühle ausdrückt, generiert mehr sexuelle Energie.
  • Intime Verbindung vertieft sich proportional zum Level des gegenseitigen Vertrauens.